Insgesamt 9 Weininteressierte wollten sich vor Ort von Hans-Christian Kist fachkundig durch das Programm führen lassen und nahmen an der dreitägigen Weininformationsreise an die Rhône teil.
Zuerst traf man sich im Süden der Rhône, Nähe Chateauneuf-du-Pape mit
Christophe Sabon von der Domaine de la Janasse zu einem gemeinsamen
Abendessen. Bei typisch regionaler Küche wurden zum Menü ausgesuchte
Weine serviert und von Christophe Sabon persönlich kommentiert. Ein
reger Gedankenaustausch fügte sich an und jeder der Teilnehmer bekam
bereits einen Vorgeschmack auf die am nächsten Tag bevorstehende
Weinverkostung im Weinkeller der Domaine de la Janasse. Erwartungsfroh
trafen die Weinenthusiasten am darauffolgenden Morgen auf dem 70 ha
großen Weingut ein und wurden von Isabelle, der Schwester von
Christophe bereits mit einem herzlichen ‚comment ca va‘ begrüßt. Alle
Teilnehmer begaben sich fortan in die Keller und Isabelle erklärte
ausführlich die Philosophie und den Stil des Hauses und moderierte
sehr fachkundig die Weinverkostung. Alle aktuellen Jahrgänge in Weiss
und Rot wurden besprochen und aufmerksam von den Weinkundigen notiert.
Neben Viognier und Côte-du-Rhône präsentierte die Hausherrin und
Winzerin einige Chateauneuf-du-Pape deren Kraft,Würze und Charakter
besonders beeindruckten. Dabei erfuhren alle Teilnehmer viel
Wissenswertes über die regional weit verbreitete Grenache Traube, die
auf Janasse ausschließlich in großen Holzfässern ausgebaut wird.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause machte man sich auf den Weg zum Weingut Montirius nach Sarrians. Das seit 1996 bio-dynamisch bewirtschaftete und mittlerweile 62 ha umfassende Weingut wird nunmehr in der fünften Generation von Christine und Eric Saurel geleitet. Ihre Philosophie, abgeleitet von dem Antroposophen Steiner, basiert dabei auf drei wesentlichen Maxime, die von Christine so überzeugend während der Rebbergbegehung und der sich anschließenden Kellerführung vorgetragen wurde, dass alle Teilnehmer spannungsgeladen der Weinverkostung im Rebberg bei angenehmen Temperaturen entgegen fieberten. Côte-du-Rhône, Vacqueyras und Gigondas, die alle in Betontanks ausgebaut werden und nach etwa 18 monatiger Lagerung nochmals eine sechs monatige Flaschenlagerung mitmachen, sind zu keiner Zeit mit Holzfässern oder kleinen Barrique in Berührung gekommen. Auch auf Montirius ist neben Syrah und Mourvedre die rote Grenachetraube die am meisten vorherrschende Sorte und kommt in allen Rotweinen mindestens zu 50% vor. Alle Weine zeigten sich kräftig, würzig, oft saftig und fleischig mit fester Struktur, immer jedoch ausgesprochen elegant mit einem ungemein langen Nachhall.
Nach dem Besuch auf Montirius fuhr
man an die nördliche Rhône nach Tain l’Hermitage zu einem gemeinsamen
Abendessen mit Sigfried Pic, Verkaufsleiter der Domaine Ferraton. Es
erwartete alle Teilnehmer ein ungemein amüsanter Abend mit einem
wunderbaren 6 Gang Menü und ausgezeichneten Weinen, deren Höhepunkt ein
2001 Hermitage Le Meal war - 100% Syrah von alten Reben und
bio-dynamisch ausgebaut. Dieser Wein überzeugte durch enorme Kraft und
Tiefe, reifen Tanninen und brillierte durch seine ausgesprochene
Vielschichtigkeit und Komplexität und vornehme Eleganz. Zu Lachstartar,
Kalbsbries, Rinderfilet und anschließendem Käse gesellten sich so
namhafte Kreszensen wie Saint-Joseph Blanc, Condrieu, Saint-Joseph
Rouge, Cote Rotie sowie weitere Hermitage unterschiedlichster Lagen und
Mikroklima. Ein unvergessliches Erlebnis.
Am nächsten Morgen
fuhren alle zusammen mit Sigfried Pic in die legendäre Lage ‚La
Chapelle‘. Auf einer Anhöhe von etwa 300 Metern mit atemraubenden Blick
über unzählige Rebflächen bis hinüber nach Cornas und Saint Peray
wurden die Weininteressierten auf die anschließende Weinprobe aktueller
Jahrgänge in den Verkostungsräumen der 25ha bewirtschafteten Domaine
Ferraton eingestimmt. Crozes-Hermitage, Hermitage, Saint-Joseph,
Cornas und Cote-Rotie sind alles Weine mit 100% Syrah Anteil. Der
Barriqueeinsatz bzw. Neuholzanteil auf Ferraton ist sehr moderat, was
der Sortentypizität zu Gute kommt und den Weinen stets eine jugendliche
Frische verleiht.
Gestärkt mit regionaler Hausmannskost und einigen Flaschen Wasser der Marke Badoit im Gepäck ging es weiter nach Chavanay zu Yves Cuilleron, dem ultimativen Kultwinzer für Weissweine aus dem Condrieu. Mit 52 ha bepflanzter Rebfläche gehört er lt. Paula Bosch „zu den Stars der nördlichen Rhône“! Nach einer kurzen Begrüßung ging es in die Keller. Hier wurde in den letzten Jahren massiv investiert und vor allem die Barriqueläger vergrößert und die Lagerräume der Weissweine von den Rotweinen getrennt. Yves setzt auch bei den Rotweinen mehrheitlich neues Holz ein. Diese geben an die Weine im Laufe der Vinifizierung vielschichtige Geschmacksaromen ab, die sich in den trinkreifen Weinen als Vanille, reifes Steinobst, Bitterschokolade, After Eight, Kaffee, Zimt, Wacholderbeere uvm. wiedererkennen lassen. Das absolute Highlight war bei der anschließenden Verkostung ein Condrieu Vertige 2008! 100% Viognier von alten Reben auf Granitgestein, 18 Monate im Barrique, davon 70% in neuem Holz präsentierte sich dieser Condrieu den Weinliebhabern sehr cremig und füllig, rauchig, nussig und auch exotisch mit hohen Extrakten und einer vielschichtigen Komplexität. In der Nase machten sich Jasminduft, Vanille, reife Steinfrüchte und eine Vielzahl unterschiedlichster exotischer Düfte bemerkbar. Unwiderstehlich wurde geschnüffelt, verkostet und immer wieder die Nase zur Überprüfung der Aromenvielfalt an das Glas gehoben. Alle waren sich einig – ein großartiger Wein von einem ungewöhnlichen Winzer!

Cotes du Rhone Terre d'Argile
Chateauneuf du Pape Rouge 2009
Chateauneuf du P. Rouge 08 Vieilles Vignes
Vin de Pays de Vaucluse 2007
Vacqueyras Garrigues 2008
Gigondas Terre des Aines 2006

Crozes-Hermitage La Matiniere 2008
Cornas Le Grands Muriers 2007
Ermitage Les Dionnieres 1999
St. Joseph Rouge Pierre Seches 2008
Condrieu Petite Cote 2008
Cote Rotie Coteau de Bassenon 2002